über lieben schreiben

In seiner Autobiographie „Mein Leben“ schreibt Ingmar Bergman, warum er sich ein Haus auf der Insel Farö hat bauen lassen:

„Weitere sentimentale Gründe: Bei den Dreharbeiten zu Persona wurden Liv und ich von einer heftigen Leidenschaft gepackt. In einer grandiosen Fehleinschätzung baute ich das Haus mit dem Gedanken an ein gemeinsames Dasein auf der Insel. Ich vergaß, Liv zu fragen, was sie davon hielt. Ihre Meinung musste ich später in ihrem Buch Wandlungen nachlesen. Ihre Aussage ist, wie ich glaube, im großen und ganzen liebevoll korrekt. Sie blieb einige Jahre. Wir bekämpften unsere Dämonen, so gut wir vermochten. Dann bekam sie die Rolle der Kristina in den Auswanderern. Diese Rolle brachte sie weit. Als sie abreiste, wussten wir.“

Kann man das alles treffender sagen?

italien

aufstehen und losfahren, mal vierzehn stunden, mit verzögerung, ist ja zug, sitzen ja noch länger in einem, mit der büroangestellten-mutter, die das reisen liebt und nur zu gerne wissen würde, was der nachbar auf russisch über sie sagt – bis wohin fahren sie?
zufühlen, wie es langsam wärmer wird und flirrender und dann brennend in rom einfahren und dann weiter ziehen. wie nur vergessen haben, dass orchestermusiker keine klassik hören, mit dem ersten akt la bohème auf repeat entlang, auf und durch, gespräche und espresso an der bar, tümlich verkümmerte ansprüche mit karaoke und eselsheulen und viele einfache dinge, lange gereift. staubige lichtspiegel sehen, küstenwüsten und langsam wieder wellen lernen, ausgrabungen hinter sich lassen müssen und verstehen, wie schätze abgetragen werden und man sich ans schätzen gewöhnen kann.
rom sehen, die stadt, vergleichen wollen und nichts vorfinden, als rom. überrollt werden, von führenden straßen und leitenden gedanken, kurz römisch sein, weil es richtig ist und gut und – das einzige. wahrheit schichtweise entdecken und glauben bewundern, sich empfänglichbereit erklärt, unausgesprochen leuchtreich schön – anderer freude.
auf und letztmalig wieder sehen, noch, morgen, bis zur platzreservierung, wo jedes wort bekannt ist – wenn auch fremd.
rom

Paris

Hier gebar sich die Einheit, wurzelt die Würde des Menschen. Fühlt sich stolz an.
Lebt von ungebetenen Gästen, großen Gesten, weiten Taschen. Schmeißt mit Beleuchtung nur so um sich. Wir haben’s eben.
Nachts können durch die großflächigen Fenster des ehemaligen Bahnhofs bedeutende Kunstwerke bewundert werden. Und nicht nur da. Man präsentiert sich gerne. Auch auf dem Friedhof. Um Morrisons Grab, auf dem sich gerüchtebesagt und wahrscheinlich gerüchtgeblieben Pärchen lieben sollen, sehen alle Steine verheißungsvoll aus.
Friedlich abgetrennt, eine eigene Stadt, mit anderen Schlafenszeiten.
In ein Café setzen und die Leute beobachten, die Atmosphäre genießen, französische Luft schnuppern, wird geraten. es spürt sich schlecht unter Touristen. Bloß an der Theke, der bäuchige Barkeeper mit Schnurrbart beim Löffelpolieren und der Säufer mit Cognac, für seine Sucht teuer bezahlend. Der Rest ist an schöneren Orten. Nur die Clochards sind echt und bleiben. Und Suchende. Seitdreijahrenwitwer zum Essen, Geld ist nicht das Problem – Freundschaft ist es. Geht eben, sogar an der Seine. Verfällt und entstellt sich.
Große Namen gehen massenhaft unter. Waren sicher alle mal da. Muss wo anders gewesen sein.

kunstprojekt

A HREF=”A HREF=”http://www.glebbas.com” TARGET=_BLANK> >G.B. hat ein Atelier in der Cité des Arts Paris. Hier wird täglich an die 300 Mal geschaffen und geübt. Komponiert wird, Duftsonaten gespielt, nächtelang nackte Gestalten und geliebte Gesichter gezeichnet, alles aus dem Kopf. Nur das Singen kommt von oben.
Wein wird getrunken und schön gesessen. Gegen Mitternacht verstummt der Gebäudekomplex. Hier muss streng überwacht werden. Trotzdem wurde einer das Atelier ausgeräumt, während sie sich im Nebenraum befand. Kommt gelegentlich vor.
Bemalte Leinentücher angefangener Bilder sind mit Klebestreifen an den Wänden festgemacht, auf dem Boden ausgedrückte Tuben und Farbflecken. Die Milchglastür steht angelehnt. N. ist herein gekommen, raucht zum Flackern der Kerze und leisem Radiojazz.
Kunst, Photographie und Können.
„ So if somebody goes somewhere, to an exotic place, and makes beautiful pictures with beautiful colours…it is not his! He steals it!”, empört sich der Tel-Aviver in typischer Intonation.
“Everybody can make pictures today. There are millions and millions of pictures.”
“Yeah, that’s true”, sagt G.,”There are so many, we can blow up the world and rebuild it by photographs.”
N. versteht nicht ganz.

paris

man staune…

…gleich mir, beim: >>>>IALT-Imagefilm.
Image ist wohl ein Synonym für Propaganda ohne negative Konnotation und weil’s so schön ist und jede Kultur ihre Konventionen hat, gibt’s das ganze gleich in drei Varianten. “Beugen Sie sich über den Bildschirm und tun Sie so, als ob Sie sich amüsieren”, wurde von unserem Professor und einer Kommilitonin gesagt.

öffnet


Tun wir so als gäbe es diese seite schon länger. sagen wir ewig.
tun wir als sei sie nur länger nicht erneuert worden. tun wir als gäbe es mehr zu sagen.
zu viel um erklären zu können. zu wenig um beschreiben zu müssen.
man hinkt mit der zeit und stolpert über technik.
man ist ein verhängnisvolles wort.
sagen wir ich.