LEIPZIG TRANSFER

WE HAVE MADE A TERRIBLE MISTAKE.
stadt
dessen bild ich atme dessen bau
unablässig hämmert und bohrt
an stadt
werk-statt-statt-halter kette bei activity nein das kriegen wir jetzt nicht mehr hin.
ofenheizungsknistern und knisterschnee – endlich – so vergessen mit dem nazikiosk an der ecke und kindergeschrei hinter der tür. häuserweise zimmer suchen neue bewohner.
stadt
bayrischer platz baut nachts schwingt der beleuchtete kran tags zerstreuen eingemummte studenten mit messlatten aufzeichnungen im wind. heute gehen wir nicht unter.
die straßenbahntüren stehen aufgesperrt leer am bayrischen platz der kran schwingt messlatten und bauarbeiter an den gleisen bauarbeiterfunken im wind.
vor dem geisteswissenschaftlichen zentrum hektische studenten vor den prüfungen nach den prüfungen gedrängt vor der bibliothekstür der bewegungsmelder reagiert nicht nein das kriegen wir jetzt nicht mehr hin WE HAVE MADE A TERRIBLE MISTAKE zigaretten kaffeebecher und zittrige hände die fallenlassen.
So geht das schon die ganze Woche.
sagt der junge mann und schaut mit in ringen verlorenen augen zu, wie die braune flüssigkeit mit dem regenwasser vor seinen füßen verläuft.
Vorsicht Kaffee,
warnt er die vorbeigehenden im nieselregen und der salzburger patissier – der einzige in der stadt – sagt er, sagt:
Grüß Gott!
der grüne tee ist aus japan, der kaffee aus amerika, der kuchen ohne mehl und die berliner ohne geschmack. dresden mag er nicht, bei einem schulausflug hat man sich in einem café geweigert, ihm einen eiskaffee zu bringen oder einen esspresso mit einer kugel eis, gabs nicht.
das kriegen wir nicht mehr hin.
WE HAVE MADE A TERRIBLE MISTAKE.
Und Vonnegut antwortet:
Evolution can go to hell as far as I’m concerned. What a mistake we are.
Und die Stadt leuchtet:
Willkommen in Leipzig und Tradition und Fortschritt.
Und baut und baut.
Auf Bald!