verfestigt

Es soll etwas mit der Kirche zu tun haben, mit dem Fluss und mit Bier. Volksfeste sind beliebig und konstant reproduzierbar.
Ich werde nicht verstehen, warum es Spaß macht, mehrere Wochen im Jahr gruppenweise in gleichen T-Shirts mit Maßkrügen auf Bierbänken zu stehen und Sauflieder zu grölen.
Im Festzelt singt ein pubertierender griechischer Wein. Blaskapelle war gestern.

Ein Liter Bier:
“On Durrscht hot der Chef!”

Wasser im Krug:
“Nicht verraten”, und steigt zu den Kollegen auf den Tisch.

Auf der Toilette erzählt Petra, die in 45 Minuten 16 wird, wie sie sich im Hohner vor Lachen bepisst hat. Peinlich war’s.
Mit 14 findet man sowas noch cool. Sagen alle.
Ich werde mich nicht in der breiigen Masse hin und her schieben. Ich werde nicht lustig sein. Ich werde nicht verstehen, wie die Schönheit des Wiedererkennens Grund genug sein kann zu bleiben.
bamberg

und los

letzte zeit rennt davon.
vor meiner haustür wirft plötzlich ein neues gebäude schatten.
nach mir.
in leerehallenden zimmern nackte schlüssel.
unabgeschlossenes leipzig im unerfüllten sommer.
und dabei so vielversprechend.
angefangen in ersatzseminargebäuden. unten rollen sichereheitsbeamte geldschränke an studenten vorbei. seite an seite mit bankangestellten.
wir arbeiten. passivgebrauch. die männer in anzügen kippeln immer in ihren bürostühlen. zusammengesetztes kompositum. die frauen essen obst. verstehen sie mir nicht falsch. sie schreddern gern papier. ich strebe mir nicht ihm zu sehen. im dienstraum steht eine wasserpfeife. so geht das nicht. wenn ich meine augen noch einen augenblick länger geschlossen halte, falle ich in tiefschlaf. sie haben sich nicht vorbereitet. das nächste mal schmeiße ich sie raus. ich könnte schwören, die im 4 stock hatte nur ein höschen an.
auf der anderen fensterseite eine strandbar. ein gähnender sandkasten mit planschbecken. es regnet. Der rostbraune flugzeugpropeller rostet weiter.
darüber ragt ein aufgerissenes haus mit baugerüsten – und wir.
wir arbeiten. unveräußerliches recht. gegenüber laufen männer auf den gerüsten hin und her. hier sind sie falsch. sie schreien sich etwas zu und klettern hoch und runter. einundhalb stunden später. einen satz besprochen. die vom bau sind genauso weit gekommen.
und etwas doch hängen geblieben.
leipzig ist kirschen pflücken mit einem obdachlosen, mit hammer und buttermesser das eis brechen, sich von einem treffen zwanghaft kreativer zum anderen reden, ohrstöpselbetäubung in lesesälen, auf dächern flugzeuge zählen, leipzig ist anfang und abschied an einem tag.
höchste zeit in leipzig unäußerlich gelassen.
ob es versteht, was ich zu verbergen habe.
letzte zeit für neues.



leipzig