fringe III

Have you ever been to London?

Was für eine Frage!
Wie unzureichend, wenn nicht mindestens ein bester Freund in jedem Stadtteil wohnt, man sich durch alle Schichten gearbeitet hat und weiß, wo das hinführt.

Warum man sich hier gezwungen sieht, immer weiter zu gehen?
Ca. 100 deutsche Studenten ziehen in einer Horde durch Cina Town, weil das Programm ihres Seminars ein selbst organisiertes Abendessen vorgesehen hatte. Ich gebe zu – darunter auch ich.

BBC sagt, in the City wird man nach dem Schuhwerk beurteilt.

Ein Student in Socken läuft mir entgegen.

Eine betrunkene Frau am King’s Cross sucht bei uns Hilfe: „I’m sorry, I’m French.“

Was sollen wir davon halten?

Honestly, ich wollte nicht zurück.
Ich gebe zu, ich habe dich um Straßen übergangen.
Im selben Augenblick, als ein Morgenlicht, wie ich es bei dir zu keiner Jahreszeit so scharf sehen würde, Schatten auf die Häuserzüge warf, die mich daran denken ließen, dass ich nun seit Wochen aufgehört hatte zu atmen.

Das Vertrauen in unserer Kohabitation ist an Toleranz gestoßen.

Was mir das Leben so kalt und windig macht:

Dass man in London zumindest aus tiefer Überzeugung schlecht kocht, während du dich mit vermeintlich französischen Einflüssen brüstest.

Dass jede Stadt die ich bewohne, sofort anfängt unnötige Tunnel, Schienen und Brücken zu bauen.

Dass man, um das auszuhalten, entweder nach 10 Bier, 2 Extasy-Pillen und Haschisch-Zigaretten in Pubs Menschen niedersticht, die sich wünschen, dass die schottische Fußballmannschaft verliert – oder seinen Job aufgibt, um sich vollständig dem 15.000 Pfund teuren Flugsimulator in seinem Schlafzimmer widmen zu können.

Sag nichts, ich kenne das, ich habe den Lederguertel auf der Toilette bemerkt.

Wie soll ich nach alldem in deine Augen schauen?

I’ve been to Edinburgh.