exercise

Im Hinterzimmer des Cafés saßen der ältere Herr mit der herzlich großen Unterlippe eines Genießers und eine jungere Frau am kleinen runden Tisch. Sie teilten sich ein Croissant. Der Milchschaum in den breiten Tassen war mit Kakaopulver bestreut. Das gräuliche Licht aus dem Fenster, an dem sie saßen fiel auf das ernste, etwas fahle Gesicht der stillen Frau. Der Herr saß zurückgeworfen auf die Lehne, den Bauch von sich gestreckt und redete vergnügt.

Der letzte Tag im Jahr sollte besonders werden. Ich hatte dich etwas zu lange angeschaut und zu wenig mit dir geredet.

Wir trafen uns am nächsten Tischchen. Du hattest einen wuchtigen Akzent und einen lebensfrohen Ausdruck. Euer Gespräch schien so anregend zu sein, das Frühstück so köstlich. Der Morgen so kostbar, dass ich bereit wäre, jeden hier zu verbringen, wenn du mir nur erklären würdest warum.

You look nice when you write.
What are you writing? A love letter?
Do you write love letters? Once a year?
Then write one to me. As an exercise. In capital letters, I will understand.
The first sentence is the most important one. It’s all about the first sentence.
She’s writing.
But it has to be with passion, it’s about passion!

Ich schrieb nicht:

ich wünschte mir zu wissen warum sie sich nicht umdreht und zum gehen drängt aber untergeben wartet warum sie so unglaublich traurig ist und ihre blauen augen im spiegel fast weinen warum du so stolz um dich schaust und mit allen nachbartischen gemütlich schäkerst und sie nicht einmal zum lachen bringen kannst nur ein fernes lächeln warum nicht du ihr die liebesbriefe schreibst und ob sie dir glaubt dass es um leidenschaft geht woher du kommst

Ich fragte nicht.

Ich vergaß zu übersetzen:

Mit dem ersten Satz in dieses Zimmer des letzten Tages sah ich die Welt am Tisch sitzen, dem einzigen am Fenster. Alles was in Dir gewesen ist, wünsche ich mir erfüllt.

at the end of the day

In aller Plötzlichkeit hatte ich gelernt zu geniessen.
Eines Nachts war die Straße übersät mit Geldscheinen und geschenkter Zeit.
Der frittierte Marsriegel zu Housemusik vom Live-DJ im Fish and Chips Shop schmeckte nach einer langen Reise.
Luca tauschte um halb vier sein Bier gegen Licht und zeigte uns ein Foto seiner wunderschön traurigen Frau, die vergeblich auf ihn wartete. Ein neuer Kollege las Lucas Geldbeutelinhalt vom Boden auf und beteuerte die Wichtigkeit von Dokumenten.
Wir hatten vereinbart alle Dinge beim vorletzten Mal zu belassen und schliefen die längste Stunde seit es Verpflichtungen gab.
Irgendwo tief in der schottischen Seele muss es warm sein, vor Trunkenheit. Wir haben schon wieder den Tag verpasst.
Ich habe gehört, man sollte lieber nach Jahreszeiten leben, als nach Wochenenden. Vor kurzem soll es Herbst gewesen sein.
Andys Mutter wusste schon bei der ersten Single von Wham, dass George Michael schwul ist:
„He could cheat the world, but he couldn’t cheat my mother“, sagt Andy, etwas traurig.
Sein Tanzstil habe ihm noch nie eine Freundin eingebracht.
Wenn es regnet, können wir uns alle unter Andys Bauch verkriechen, sagt Alex.
Rachel zündet ein Streichholz an, jedes mal wenn Alex furzt.
Gemeinsam warten wir auf den Kunststoff-Weihnachtsbaum, den Alex bei e-bay bestellt hat. Die Girlanden sind schon angekommen. Der batteriebetriebene Mini-Tannenbaum blinkt und dreht sich auf dem Küchentisch.
“Don’t worry about the decline”, waren die Abschiedsworte der Psychologin, die in einem der ältesten Pubs erzält hatte, dass man ab 24 langsam aber sicher alt wird.
Wir finden uns ab.

In aller Plötzlichkeit hatte ich gelernt zu geniessen.Eines Nachts war die Straße übersät mit Geldscheinen und geschenkter Zeit. Der frittierte Marsriegel zu Housemusik vom Live-DJ im Fish and Chip Shop schmeckte nach einer langen Reise.Luca tauschte um halb vier sein Bier gegen Licht und zeigte uns ein Foto seiner wunderschön traurigen Frau, die vergeblich auf ihn wartete. Ein neuer Kollege las Lucas Geldbeutelinhalt vom Boden auf und beteuerte die Wichtigkeit von Dokumenten. Wir hatten vereinbart alle Dinge beim vorletzten Mal zu belassen und schliefen die längste Stunde seit es Verpflichtungen gab.Irgendwo tief in der schottischen Seele muss es warm sein, vor Trunkenheit. Wir haben schon wieder den Tag verpasst.Ich habe gehört, man sollte lieber nach Jahreszeiten leben, als nach Wochenenden. Vor kurzem soll es Herbst gewesen sein.Andys Mutter wusste schon bei der ersten Single von Wham, dass George Michael schwul ist:„He could cheat the world, but he couldn’t cheat my mother“, sagt Andy, etwas traurig.Sein Tanzstil habe ihm noch nie eine Freundin eingebracht. Wenn es regnet, können wir uns alle unter Andys Bauch verkriechen, sagt Alex.Rachel zündet ein Streichholz an, jedes mal wenn Alex furzt. Gemeinsam warten wir auf den Kunststoff-Weihnachtsbaum, den Alex bei e-bay bestellt hat. Die Girlanden sind schon angekommen. Der batteriebetriebene Mini-Tannenbaum blinkt und dreht sich auf dem Küchentisch.”Don’t worry about the decline”, waren die Abschiedsworte der Psychologin, die in einem der ältesten Pubs erzält hatte, dass man ab 24 langsam aber sicher alt wird.Wir finden uns ab.

spaltung

Jetzt erklären Sie mir doch mal bitte:

Wozu gibt es hier Küchen?
Was hat es mit den zwei Wasserhähnen auf sich und warum kann man sich anstelle des Arztbesuchs lebensgefährdende Schmerzpillen kaufen, aber nicht mal ein Bier nach zehn Uhr Abends? Warum folgt jeder Alkohol-Werbung “enjoy responsibly”, obwohl jeder weiß, dass so etwas hier nicht vorkommt?
Wurde hier, neben all den essenziellen Neuerungen, die Weigerung erfunden, Neues dazuzulernen?
Ist es purer Trotz?
Muss man jeden Augenblick lang die Andersartigkeit spüren?

Enjoy the difference – P. Lässt strahlend einen weiteren Schwall nationaler Mythen über sich ergehen.
M. entschuldigt sich stellvertretend für alle kriminellen Polen dieser Welt.

“When in Rome”, sagt der junge schottische Patriot und stürzt ein 0,568 Liter lauwarmes Bier hinunter.
Nein, es belebt unser Gespräch nicht, wenn erwähnt wird, dass die Frau vom Großcousin von X mit zwei Russen zusammenarbeitet oder die Mutter der Freundin von Z mal in Deutschland war und es “beautiful” fand. “During the war or so”
Ja, es ist heute kalt und windig und gestern war es kalt und windig und morgen wird es kalt und windig sein und das wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach in nächster Zeit nicht zo schnell ändern, warum also darüber reden?

Erklären Sie mir doch mal bitte:

Was heißt eigentlich “very German”?
Was genau ist an diesem Handtuch denn so ungarisch?
Was antworten auf:”What are Russian dogs like?”
Warum ist es so “obvious”, dass sich die kanadischste Person der Welt die kanadische Flagge aufs Schulterblatt tätowieren sollte?
“You know, because I’m travelling”
Und: “I didn’t think the Colosseum was that special”?

Müssen wir hier jedes Gespräch über Mentalitäten, Länder und Sprachen führen?

Wie ich nicht die gleiche Postkarte an mehrere Personen verschicken kann, sage ich jedes Mal etwas anderes zu diesem Thema.
Ich bin ganz durchmischt.

“I don’t care.”

I suffer from Borderline Nationality Disorder.

Deutlichster Beleg dafür, dass es so anders doch nicht ist.

at the end of the day

In aller Plötzlichkeit hatte ich gelernt zu geniessen.
Eines Nachts war die Straße übersät mit Geldscheinen und geschenkter Zeit.
Der frittierte Marsriegel zu Housemusik vom Live-DJ im Fish and Chip Shop schmeckte nach einer langen Reise.
Luca tauschte um halb vier sein Bier gegen Licht und zeigte uns ein Foto seiner wunderschön traurigen Frau, die vergeblich auf ihn wartete. Ein neuer Kollege las Lucas Geldbeutelinhalt vom Boden auf und beteuerte die Wichtigkeit von Dokumenten.

Wir hatten vereinbart alle Dinge beim vorletzten Mal zu belassen und schliefen die längste Stunde seit es Verpflichtungen gab.
Irgendwo tief in der schottischen Seele muss es warm sein, vor Trunkenheit. Wir haben schon wieder den Tag verpasst.
Ich habe gehört, man sollte lieber nach Jahreszeiten leben, als nach Wochenenden. Vor kurzem soll es Herbst gewesen sein.
Andys Mutter wusste schon bei der ersten Single von Wham, dass George Michael schwul ist:
„He could cheat the world, but he couldn’t cheat my mother“, sagt Andy, etwas traurig.
Sein Tanzstil habe ihm noch nie eine Freundin eingebracht.
Wenn es regnet, können wir uns alle unter Andys Bauch verkriechen, sagt Alex.
Rachel zündet ein Streichholz an, jedes mal wenn Alex furzt.
Gemeinsam warten wir auf den Kunststoff-Weihnachtsbaum, den Alex bei e-bay bestellt hat. Die Girlanden sind schon angekommen. Der batteriebetriebene Mini-Tannenbaum blinkt und dreht sich auf dem Küchentisch.
“Don’t worry about the decline”, waren die Abschiedsworte der Psychologin, die in einem der ältesten Pubs erzält hatte, dass man ab 24 langsam aber sicher alt wird.
Wir finden uns ab.