ferien

Sehr geehrte und!

Zuallererst möchte ich mich herzlich. Dann natürlich auch bei ihnen.
Hier vor Abwesenheit nicht zu sprechen ist mir ganz besonders.
Gerade von mir, vor allem gebeten, sollten einige Punkte gezogen werden, die gesellschaftliche Verfehlungen treffen..
In diesen Zeiten gemeinen Schwunds und gegenwärtigen Mangels gibt es einen Überschuss, auf den ich gerne hervorheben möchte. Wir haben eine enorme Überproduktion an Kompetenz. Die günstigen Umweltbedingungen schaffen ganz absonderlich hohe Mengen an überschüssigem Weiterwissen. Die Schäden für die Athmosphäre sind bedeutungsschwer. Denn – gleich jeder Briefmarke – kann man auch die Kompetenz nicht essen. Sanktionierte Einschränkungen der Emissionen könnten allerdings zu massiver Neutralität von Seiten der Weltbevölkerung führen.
Meine Damen und Herren, unser Hauptaugenmerk sollte darauf gerichtet.
Zu ihrer Aufmerksamkeit: Danke dafür!
Ich packe meinen Koffer.
Und freue mich auf die Rückkehr.
Davor und danach straft mich Zeit mit Schweigen.
Ich nehme mit: Düsseldorf! Drei Uhr nachts am Bahnhof. Eine Gruppe Obdachloser schließt Fußballwetten ab.
Ein betrunkenes Mädchen stolpert einsam über Zebrastreifen.
“Hast du Feuer?” – “Nein, hast du Kondome?”
Und Düsseldorf Weeze um acht Uhr morgens, wo schottische Dudelsackpfeifer in gähnender Standartkonstruktion des einzigen Terminals die Mitarbeiterinnen der 2-3 Fluglinien lärmbelästigen.
Zurück zu Edinburgh. Kennen wir uns?
Green looks good on you.
Der Sommer wird dich wieder einmal im Nassen sitzen lassen.
Wir werfen einen Drachen in den Küstenwind und wünschen uns das Beste . Die Flut übersteigt sichtlich den Pfad zu Cramond Island. Wer flieht hier?
Sylvain – der Psychologe aus Senegal, oder der Straßenmusiker aus Schottland – sagt, die Zeit in der man auf Antworten warte sei genauso wichtig wie die Zeit in der man weiß.
“just pose questions.”
Wo?
Leipzig, Stadtlandfluss. die Uferbänke leerten sich zum Sommer hin.
Die Sprachlosigkeit ist ein Flüchtling. Vielleicht hat sie irgendwo davon gelesen. Vielleicht in abgegriffenen Zeitungen.
Ich packe meine Kisten und frage mich, was ich davon vermissen werde und wieviel Platz Ferne braucht.