texthelden – Berlin setzt über

 

ÜÜbersetzen als Meta-Metapher oder MAKE SERVICE GREAT AGAIN

Werkstattbericht, aber eigentlich Wirkstattbericht über das Leben mit Übersetzung.

Es ist nicht so, dass es an Texten zum Übersetzen mangelt. Das Übersetzen und der Übersetzer haben ihre Bedeutung über Jahrhunderte transformiert, transponiert und transportiert, wie jedes Morphem. Es mangelt auch nicht an (Heiligen-)Bildern im kollektiven Konversationslexikon. Jede im gutbürgerlich-sowjetischen Bildungskanon firme Person wird Alexander Puschkins Zitat auf der Zunge haben – oder die Augen verdrehen, wenn dieses zur Sprache kommt, denn wer will schon als Postpferd der Aufklärung gelten, erst recht im post-postmodernen Zeitalter der Information.

Vom weltfremden Löwenbändiger in der Wüste über den Fährmann im Fluss (nicht zu verwechseln mit Charon) bis hin zum genialischen Schöpfer im Urheberrecht hat die Ikone Übersetzer einen langen Weg zurückgelegt: vom Übersetzen mit dem Ziel des Erkenntnisgewinns, der Durchdringung und der Beherrschung spätestens seit der hellenistischen Septuaginta (als deren Relikt möglicherweise die maschinelle Übersetzungsfunktion für Facebook-Kommentare gelten kann), bis hin zum Übersetzen als Kunststück, la traduction pour la traduction.

Gerade seit der Pandemie hat sich die (Selbst-)Wahrnehmung dieser traditionell kleinsten bedeutungstragenden Einheit gestärkt und entfaltet, was nicht zuletzt zahlreichen wichtigen Förderprogrammen, unter anderem von NEUSTARTKULTUR, dem DÜF, der Stiftung Kulturfonds zu verdanken ist. Während es anderen Kreativen die Sprache und das Publikum verschlug, merkten gerade die Übersetzer:innen: now is our time to shine.

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Mit dem Projekt texthelden – Berlin setzt über stellten wir (die Berliner Literarische Aktion) in Zusammenarbeit mit dem stadtsprachen magazin im Jahr 2021 die Übersetzer*innen und das Übersetzen selbst in den Fokus der Aufmerksamkeit.

Insgesamt wurden 40 Übersetzungen neuer Texte von internationalen Autor*innen aus Berlin sukzessive auf stadtsprachen.de veröffentlicht (Honorar und Lektorat inklusive). So entstand ein vielsprachiges digitales Panorama neuer Übersetzungen und ihrer Übersetzer*innen. Zusätzlich wurden Werkstattberichte, Lesungsvideos, Audiopodcasts sowie ein einmaliges Printmagazin zur aktuellen Lage der Übersetzer*innen und des literarischen Übersetzens publiziert.

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